Wie klingt Wasser?
Von der Unstrut kommend, tauchten die jungen Gymnasiasten aus Großengottern in die Klangwelt der „Moldau“ ein. In der Gothaer Margarethenkirche stand die sinfonische Dichtung von Friedrich Smetana an diesem Donnerstagmorgen auf dem Stundenplan der Klassen 6a und 6b. Musikunterricht am außerschulischen Lernort. Bei den beiden Quellen geht es los. Wie hören sie sich an?
Im Sinfoniekonzert, das von Charles Olivieri-Munroe dirigiert und von Moderator Patrick Rohbeck erläutert wurde, erfuhren die Schüler*innen das Smetana, wie sein großer Komponistenkollege Beethoven, sein Gehör verloren hatte. Taub komponierte er sein wohl populärstes Werk „Die Moldau“. Sie gehört zum Zyklus „Mein Vaterland“. Flussabwärts gibt es immer neue Dinge zu sehen. In seiner Partitur vertont er Sagen seiner böhmischen Heimat, geheimnisvolle Wasserwesen und ganz unterschiedliche Orte entlang der Moldau zu klangvoller Musik. Vorbei an imposanten Stromschnellen, vorgetragen durch die Blechbläser der Philharmonie. Eindrucksvoll lässt sich hören und erleben, wie aus Erzählung und Bildern lautmalende Musik emporkommt.
Smetana verwendet das gleiche Tonmaterial wie im bekannten Thema von „Alle meine Entchen“. Er ändert hier lediglich die Tonalität - von Dur nach Moll - sowie den Rhythmus und schon entsteht das neue Leitmotiv, das seiner Programmmusik zugrunde liegt. Der Tanzrhythmus der Polka, wird von den Schüler*innen in den Bankreihen der Kirche gemeinsam getanzt und so wird, begleitet durch das große Orchester, die Hochzeit gefeiert - die Smetana in seinem Werk eindrucksvoll vertont. Es war ein buntes, kontrastreiches Konzerterlebnis, dass ein Bewusstsein für kulturelle Vielfalt schaffen und ein großer Spaß für alle kleinen und großen Ohren sein kann!
Text/ Foto: Matthias Schwarzkopf (Musik- und Geschichtslehrer am Gymnasium Großengottern)
Am Freitag, dem 13.12.2024, hatten wir, der Musikkurs des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums mit unserem Musiklehrer Herr Schwarzkopf, die besondere Gelegenheit, den Musiker, Abenteurer und Weltreisenden Alex Austen in unserem Musikunterricht willkommen zu heißen.
Mit seinen 25 Jahren hat Alex bereits mehr als 53 Länder bereist und dabei nicht nur die unterschiedlichsten Kulturen und Traditionen kennengelernt - sondern auch viele unvergessliche Begegnungen gemacht.
In seiner inspirierenden Präsentation nahm er uns mit auf seine Reise „Immer Richtung Osten“. Dabei schildert er lebhaft seine Erfahrungen. Besonders beeindruckend war es zu hören, wie er mit Menschen aus den verschiedenen Ländern tiefe Freundschaften geschlossen hat, die bis heute bestand haben.
Ein sehr wichtiger Teil in Alex Leben ist die Musik, die ihn seit seiner Kindheit begleitet. Heute hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und steht mittlerweile regelmäßig auf der Bühne. Neben seinen Reisen und Auftritten arbeitet er derzeit an seinem ersten Album, mit dem er zeigen möchte, wie schön die Welt ist.
Für uns war der Besuch von Alex Austen eine große Bereicherung. Er hat uns nicht nur spannende Einblicke in ferne Länder gegeben, sondern auch gezeigt, wie wichtig es ist, offen und neugierig gegenüber anderen Kulturen zu sein.
Seine Botschaft, dass Musik eine universelle Sprache ist, die Menschen verbinden kann, wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Wir bedanken uns herzlich bei Alex Austen für diesen inspirierenden Vormittag und wünschen ihm alles Gute für seine zukünftigen Reisen und musikalischen Projekte.
Text: Stella Sophie Huth & Paula Benkenstein (11er Musikkurs (gA))
Foto: Stella Sophie Huth & Matthias Schwarzkopf
Blechbläserensemble musiziert für Gymnasium und Grundschule
Am Donnerstag, den 30. März, konnten Schüler*innen der 3. und 4. Klasse der Grundschule Großengottern und ihre Patenklassen vom Gymnasium Großengottern (Klasse 7a und 8a) eine Musikstunde mit Profimusiker*innen der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach erleben.
Musikvermittlung in der St. Walpurgiskirche Großengottern
Lernen am anderen Ort stand auf der Stundentafel. Das evangelische Kirchspiel, mit ihrer Kirchenratsvorsitzenden Doris Schwarzkopf und Pfarrer Matthias Cyrus, stellte dankenswerterweise die St. Walpurgiskirche als Konzertraum zur Verfügung.
Ein Education-Programm zum Thema Blechblasinstrumente erwartete die Schüler*innen und ihre Lehrer*innen Frau Rauschenberg, Frau Harte, Frau Temm und Herr Schwarzkopf. Im feierlichen Ambiente und akustisch beeindruckenden Rahmen ertönten populäre Filmmelodien, z.B. Biene Maja, Pipi Langstrumpf oder Tom und Jerry in Bearbeitung für das Blechbläserquintett. Auch die eine oder andere Kuriosität konnte von den begeisterten Schüler*innen im Laufe des Programms bestaunt werden.
Die Entwicklung vom Naturhorn zum modernen Ventilhorn
So gab es manchen Aha-Effekt für die jungen Konzertbesucher*innen: Dass die Trompete auf eine über 4000 Jahre alte Tradition zurückblickt faszinierte ebenso, wie die historische Verwendung von Tierhörnern zur Kommunikation.
Am Beispiel der Trompete und des Waldhorns wurde die Entwicklung der Blechblasinstrumente, unter Verweis auf Vorfahren aus vorgeschichtlicher Zeit anschaulich vermittelt. Tierische Materialien wie Büffelhörner bildeten wie bei den Vorfahren des Horns die Grundlage. Über die Jahrhunderte bzw. Jahrtausende entwickelten sich aber nicht nur die Erscheinungsformen. Das frühe 19. Jahrhundert bildete beispielsweise einen Meilenstein in der Instrumentenentwicklung. So konnten die Trompeter oder Hornisten durch den Einsatz von Ventilen Halbtöne und damit ganze Melodien spielen. Die Posaune kann aufgrund ihres beweglichen Zuges auch ohne Ventile alle chromatischen Töne spielen und diese mit einem kunstvollen Glissando verbinden.
Spaßige Mitmachaktionen zur Instrumentenkunde
Die Besonderheiten bei der Tonerzeugung wurden ebenso anschaulich thematisiert. Schüler*innen wie Lehrer*innen konnten beim Waldhorn selbst versuchen dem Instrument Töne zu entlocken – was durchaus eindrucksvoll gelang.
Für die Visualisierung der Rohrlänge der ansonsten in aufgewickelter Form daherkommenden Blechblasinstrumente diente ein Gartenschlauch. Ausgerollt ist die Trompete etwa 1,35 Meter lang, so groß wie ein etwa zehnjähriges Kind. (Das Waldhorn in F ist mit 370 cm etwas länger als die Tuba in F (354 cm).)
Konzerterlebnis der besonderen Art
Mit dem Besuch der Thüringen Philharmonie setzen wir am Gymnasium Großengottern die Tradition der Kooperation mit außerschulischen Experten fort. So waren das Holzbläserensemble des Philharmonischen Orchesters Erfurt sowie das Ensembles des Theaters Erfurt mit ihrer Welturaufführung des Musikstücks „Musik statt Krieg“ – das kunstvoll von der Entstehung des Marimbaphons erzählte – bereits zu Gast.
Diesmal lag der Focus auf dem Aufbau und der Funktionsweise der Blechblasinstrumente. Anschaulich und manchmal mit einem Augenzwinkern wurde dies den Grundschüler*innen und Gymnasiast*innen vermittelt. Die Gymnasiasten begrüßten, interviewten und verabschiedeten die Musiker*innen selbst, konnten so kompetent auftreten und dem Programm selbst einen Rahmen geben.
Das Blechbläserensemble unter der Leitung von Maik Vent machte neugierig auf Mehr und lud die Schüler*innen zu einem Besuch in die Thüringen Philharmonie Gotha ein.
Text: Matthias Schwarzkopf (Studienrat für Musik & Geschichte am Gymnasium Großengottern)
Foto: Matthias Schwarzkopf
Vgl.: https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/muehlhausen/besonderer-musikunterricht-begeistert-die-schueler-in-der-st-walpurgiskirche-in-grossengottern-id238040889.html (Stand 2023-04-18)
Auf den Spuren von Heinz Sawade und Johann Sebastian Bach. Besuch (bei Bach) in der Divi Blasii-Kirche in Mühlhausen
Kennen Sie schon das Instrument mit dem längsten Atem der Welt?
Die Königin der Instrumente, die Orgel, inspirierte mit ihrem breiten Klangspektrum schon zahlreiche Komponisten zu ihren Neuschöpfungen und Glanzleistungen. Auch in diesem Jahr besuchten wieder die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Ludwig-Jahn Gymnasiums Großengottern die Weberstedter Kirche und konnten sich von dem Gesamtkunstwerk aus Musik, Klang und Architektur selbst überzeugen. Die Orgelführung fand unter der Leitung vom Ortschaftsbürgermeister Jeremi Schmalz, der das Instrument nicht nur erklärte, sondern auch bespielte, statt. Frau Judith UnfugHenning organisierte dieses Event bereits zum 10. Mal und wie jedes Jahr sind die Schülerinnen und Schüler ganz begeistert gewesen, was für ein faszinierendes Instrument die Orgel doch ist.
Text: A.Marx
Die Klasse 7a des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums besuchte im Rahmen eines besonderen Unterrichtsgangs im Fach Musik gemeinsam mit Musiklehrer Herr Schwarzkopf die Hesse-Orgel in der Martini-Kirche zu Großengottern. Das evangelische Kirchspiel Großengottern und Kantorin Daniela Stechbarth waren hier außerschulische Kooperationspartner der jungen Gymnasiasten.
Gemäß dem thüringer Lehrplan bekamen die SchülerInnen Einblicke in die Spielweise der Instrumente, hier am Beispiel der Orgel. Sie wurden aktiv in den Spielgebrauch einbezogen, indem sie eigenständig Register ziehen und damit auf die Klangfarbe der Orgel einwirken und diese verändern konnten. Durch diese Erfahrung konnten sie ein Bewusstsein entwickeln, welche Auswirkungen die einzelnen Register für das Spiel und den Klang der Orgel im Allgemeinen haben.
Durch diese Naherfahrung mit der Königin der Instrumente, konnten musikalische Kenntnisse und die Erlebnisfähigkeit vertieft werden. Kantorin Daniela Stechbarth zeigte den SchülerInnen wie man mit diversen musikalischen Gestaltungsmitteln, z.B. Instrumentierung und Dynamik an der Orgel umgeht. Die Schüler hörten den komplexen Klangverläufen konzentriert zu und konnten sogar Einblicke in das Innenleben der Hesse-Orgel erlangen.
Die restaurierte Hesse-Orgel in der Martini-Kirche verfügt über 1000 größere sowie kleinere Orgelpfeifen. Die Größte misst16 Fuß, so Kantorin Daniela Stechbarth.
Eine Besonderheit der 150 Jahre alten Orgel ist neben dem Tremolant, der das Schwingen, Vibrieren einer Melodie ermöglicht, das Register, das den Klang einer Flöte imitiert.
Die Orgel wird nicht nur mit beiden Händen, sondern auch mit beiden Füßen gespielt.
Auch wie die Töne in die Orgel kommen konnte Kantorin Daniela Stechbarth in Rahmen dieser doch etwas ungewöhnlichen Musikstunde vermitteln.
Zum Abschluss intonierte Kantorin Daniela Stechbarth den „Pomp and Circumstance Marche“ von Edward Elgar und lud die SchülerInnen zum konzentrierten Zuhören ein.
Denn mit jeder Melodiewiederholung wurde die Dynamik kräftiger und die Klangfülle der Orgel pompöser.
Text: Matthias Schwarzkopf (Musik- & Geschichtslehrer am Friedrich-Ludwig-Jahn
Gymnasium Großengottern)
Foto: Jonathan hilft Kantorin Daniela Stechbarth bei der Registrierung
Dienstag, 22. September 2020
Eine originale Eingangstür zu Bachs Wohnung in der Leipziger Thomasschule öffnete für die jungen Musikerinnen und Musiker, ihren Musiklehrer Herrn Schwarzkopf und Lehramtsanwärter Herrn Rabe im Eisenacher Bachhaus die Tür zur Zeit des Barocks.
Die gottersche Schülergruppe war die erste, die Museumspädagoge Herr Meißner seit dem „Lookdown“ im März 2020 führte. Auf den Spuren des in Eisenach geborenen Komponisten Johann Sebastian Bach, entdeckten sie biographische Stationen Bachs sowie diverse Instrumente der Barockzeit. Im Instrumentensaal des historischen Bachhauses brachte Jonas Haßkerl die historische Orgel zum Klingen, indem er kräftig mit dem Fuß für den notwendigen Luftstrom zur Tonerzeugung sorgte. Eine Glasharmonika und eine Trompetengeige gehörten darüber hinaus zu den Kuriositäten der Führung, die die interessierten Elftklässler an diesem Exkursions-Tag entdecken konnten.
Text: Matthias Schwarzkopf (Musik- & Geschichtslehrer am Friedrich-Ludwig-Jahn Gymnasium Großengottern)
Fotos: Matthias Schwarzkopf